Bloggen ist cool. Nicht zu bloggen ist nicht cool. Und es gibt kein Wort, das den Maß an Uncoolness (Coolfreiheit? Coollosigkeit?) beschreibt, der bei meiner Bloglage vorliegt. Ja, fast fünf Monate nicht zu bloggen ist weder cool, noch gesund.
Und dabei versuchte ich zu bloggen! Wirklich! In meinen Entwürfen finden sich unzählige angefangene, aber nie fertig gestellte Posts, deren Reichweite von russischer Spionfilm-Musik, über meine Laufabenteuern in Laufschuhen, bis zur Selbstbeweihräucherung und Lobhymnen auf mich selbst, die selbst Kim Jong Un ein bisschen übertrieben finden würde. Aber aus all dem wurde natürlich nichts, denn ich hatte ja eine Schreibblockade. Kann ja passieren. Wolfgang Koeppen hatte auch eine. Dreißig Jahre hat er für zwei Bücher gebraucht. Vielleicht hatte er keine Lust zu schreiben. Vielleicht fand er sich aber auch so wie ich mich in den letzten fünf Monaten gefunden habe, nämlich gar nicht mal so gut (also ziemlich scheiße) und unbedeutend. Unfähig. Konzentrationslos. Hat sich Koeppen dann gedacht “Uff, ich glaube, ich muss mich auf mich konzentrieren, hübscher werden, schöner werden, ein paar Kilos verlieren und das Mojo wiederfinden?”
Wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich war ihm eher egal, wie sein Lidstrich morgens wurde und es war auch nicht tag-definierend, ob er nun Tausend oder Tausenddrölfhundertdreißig Kalorien zu sich nahm und dann zu einer Psychobitch wurde, weil er nicht zufrieden mit sich war. Ich, hingegen, schon. Zwischen dem dramatischen Kampf ums Überleben (wer kurz vor einem langen Wochenende im Supermarkt einkauft, kennt dieses Gefühl) fand ich mich in einer Achterbahn, nein – in einer Sinuskurve wieder, die aus den Punkten “Yay! Ich find mich cool,sehe nicht mal so scheiße aus, und hab was zu sagen!” und “Niemanden interessiert’s, gib auf!” bestand. Oft war ich so mit diesem inneren Streit beschäftigt, dass ich vergaß, Spaß zu haben. Sogar das Fotografieren hat mir meine innere Spaßbremsen-Stimme kaputt gemacht. (Und wenn es nach ihr ginge, würde ich auch diesen Beitrag in die Papiertonne werfen.)
Ob ich mein Mojo schon wieder habe? Ich weiss es nicht. In den letzten Tagen fällt es mir zwar weniger schwer, die “Party Pooper”-Stimme auszublenden, aber noch fühlt sie sich ganz wohl dabei. Hoffentlich nicht mehr lange und schon gar nicht auf dem Blog, denn dafür habe ich ganz andere Pläne.
Und weil ich den Beitrag auf einer schönen Note enden lassen möchte (bevor ich doch noch dem Wunsch nachgehe, das Ganze in die Tonne zu stecken), zeige ich euch ein Portrait von N., welches ihr noch nicht kennt, obwohl ich es euch seit drei Monaten zeigen will.
(Vielen Dank an Guddy, die für den heutigen subtilen Arschtritt zuständig war. Und an Julia für das non-stop nerven der letzten Wochen. Und an alle, die mich immer noch in ihren Readern haben. Ihr seid die wahren Optimisten!)


























